Johann Heinrich Vogeler (* 12. Dezember 1872 in Bremen; † 14. Juni 1942 im Kolchos Budjonny bei Kornejewka, Karaganda, Kasachstan) war ein deutscher Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge, Schriftsteller und Sozialist.

Der vielseitig begabte Künstler ist besonders durch seine Werke aus der Jugendstil-Zeit bekannt geworden. Er gehört zur ersten Generation der Künstlerkolonie Worpswede. Vogeler war auch Revolutionär, Pazifist und Utopist[1] und befand sich sein Leben lang, ungeachtet eigener bitterer Erfahrungen, auf der Suche nach dem irdischen Paradies, in dem alle Menschen in Harmonie zusammenleben. Sein Lebensweg endete tragisch im sowjetischen Exil. [Wikipedia]

Original-Zeichnung des HausesDie nebenstehende Zeichnung von Heinrich Vogeler zeigt  das Haus Klosterstraße 23 als sog. Maaßsches Haus zur Zeit der Erbauung. Es war ein Anbau an die alte Wassermühle in Lilienthal, die leider 1975 abgerissen wurde.

Das Haus hat sich glücklicherweise im wesentlichen bis heute erhalten und dokumentiert städtisches Bauen in der eher ländlichen Umgebung.

Viele originale Details haben die Jahrzehnte gut überstanden bzw. werden jetzt liebevoll restauriert.

Erwähnenswert sind hier vorallem die Türen und Fliesenfußböden im Erdgeschoß. 

Das Haus wird restauriert und soll in Lilienthal ein kunsthistorisches Zeugnis der reformarchitektonischen Bestrebungen Heinrich Vogelers ablegen. Das architektonische Wirken Heinrich Vogelers ist in dem Kontext zu sehen, dass Anfang des letzten Jahrhunderts große Sorge im ländlichen Bereich bestand, durch den Verlust überkommener Formen und Techniken die Erhaltung des Aussehens im ländlichen Bereich nicht bewahren zu können. Um dem entgegenzuwirken und das überlieferte Aussehen in den Ortschaften zu erhalten, wurde 1903 in Worpswede ein Verschönerungsverein gegründet, zu dessen Mitgründern Heinrich Vogeler und ebenso Otto Modersohn gehörten. Es wurde die Auffassung vertreten, dass die Kunst des Bauens auf dem Lande nicht von äußerlichen Zutaten oder Dekorationen abhänge, sondern von der überlieferten Bauweise und von dem Feingefühl in der Anpassung an die gegebenen örtlichen Verhältnisse nicht zu trennen sei.

Das wichtigste Kriterium für ein gelungenes Haus bildet danach die gute Grundrisslösung. Das ländliche Haus soll sich mehr in die Breite als in die Höhe entwickeln. Die Anordnung der Türen und Fenster sollen sich aus dem Grundriss ergeben, denn diese Teile bilden einen besonderen Schmuck des Hauses. Die Fenster sind größtenteils mit einer ziemlich engen Sprossenteilung versehen, wodurch die Geschlossenheit der äußeren Hauswand und die einheitliche Raumwirkung im Innern erhöht wird. So wurden den Hausbesitzern für die Renovierung mit kleinen Scheiben sogar Prämien bezahlt.